Herren I: HSG spielt zu harmlos

TS Herzogenaurach – HSG Erlangen/Niederlindach – 28:23 (14:10)

HSG spielt zu harmlos

Nach dem holprigen Unentschieden letzte Woche gegen den TV Altdorf stand nun das Derby gegen den TS Herzogenaurach auf dem Plan. Leider konnte das Trainergespann Anheuer/Rühl in der vergangenen Trainingswoche nicht auf den kompletten Kader zurückgreifen, da sich eine Grippewelle unter den Spielern verbreitet hatte. Dennoch konnten zum Spiel alle Schützlinge mehr oder weniger auskurriert auf dem Spielfeld stehen. Zusätzlich wurde Louis Hesse zum ersten mal in der 1. Mannschaft eingesetzt, um den Rückraum weiter verstärken zu können.

Trainer Anheuer appelierte in der Kabinenansprache an die vergangenen Auswärtsderbies, die in den letzten Jahren nie verloren gegangen waren. Zusätzlich sollte wieder an die eigenen Stärke, die Schnelligkeit angeknüpft werden. Die von Haus aus vorhandene Motivation vor dem Derby bei allen Spielern sollte auf dem Feld in Körpersprache und Spielintelligenz umgesetzt werden.
Aus unerklärlichen Gründen konnte letzteres bereits kur nach Spielbeginn nicht umgesetzt werden. Die Abwehrreihen kommunizierten zu wenig und brachten keine Stimmung in das Team. Im Angriff wurden viele unvorbereitete, zu schnell abgeschlossene Würfe ohne Auge liegen gelassen. Schnell lief die HSG einem Rückstand hinterher, der bis zur Mitte der ersten Halbzeit bereits vier Tore betrug. In den besten fünf Minuten der gesamten Partie konnten die Gäste bei einem Stand von 8:7 zwar den Anschlusstreffer erzielen, jedoch schafften es die Erlanger nicht weiter an die Schuhstädter hern zu kommen. Es schien, als wären die Spieler nie wirklich in der Partie angekommen. Dazu kam, dass an diesem Tag erneut die 7-Meter Quote mit drei Treffern und nur 50% deutlich zu schwach ausfiel. Zur Halbzeit trennten sich die Mannschaften 14:10.

In der Kabine mobylisierten Anheuer und Rühl ihre Spieler zu mehr Struktur und Geduld im Angriff. Zu häufig wurde frühzeitig abgeschlossen, ohne ausschlaggebenden Druck auf die Abwehr der Gastgeber zu bringen. Außerdem sollte in der eigenen Abwehr deutlich kräftiger zugelangt werden, da diese in der ersten Hälfte der Partie zu zaghaft agierte.
Die geforderten Punkte konnten zwar v.a. in der Abwehr relativ gut umgesetzt werden, dennoch fehlte an diesem Tag bei allen Spielern der Biss im Spielaufbau. Man konnte niemanden den Siegeswillen ansehen und so plätscherte – das für Derbyverhältnisse – harmlose Spiel in der zweiten Hälfte vor sich hin. Dem vier Tore Vorsprung konnte die HSG nicht mehr gefährlich werden und selbst eine offensive 3:3 Deckung in den Schlussminuten zeigte keine Wirkung. Das Derby zwischen dem TS Herzogenaurach und der HSG Erlangen/Niederlindach endete 28:23.

Bereits das Ergebnis sagt vieles über den Verlauf des Spiels aus. Mit 23 geworfenen Toren kann man kein Auswärtsderby gewinnen. Außerdem muss an dem katastrophalen Überzahlspiel gearbeitet werden. Walter Anheuer erklärte nach dem Spiel enttäuschend: „Diesmal war es nur ein ganz normales Handballspiel ohne den typischen Derbygeist. Vorne keine Durchschlagskraft, hinten zu lasch und zu nachlässig. Selbst in 14 Minuten Überzahl konnten wir keinen Vorteil für uns herausspielen.“
Die letzten beiden Spiele der Saison 2017/18 werden nicht leichter werden. Vor dem Saisonabschlussspiel gegen den so gut wie sicheren Aufsteiger aus Bruck empfängt die HSG in ungewohnter Austragungsstätte mit dem ESV Regensburg den derzeit Tabellenzweiten der BOL. Das Spiel findet am Samstag, den 7.4.2018  um 17 Uhr in der Sporthalle am Europakanal statt. Die HSG bedanket sich bei allen mitgereisten Fans und wünscht frohe Ostern.

Hückel, Rödel; Boolzen (3), Erhardt, Gilg (1), Hesse, Gumbert, Loncar, Rühl, Sackmann (2), Schmieding (7/2), Stübinger (7), Willert (3)

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