Die HSG verliert im Heimspiel gegen die TS Herzogenaurach mit 27:32. Durch die Niederlage im Derby gegen die direkte Konkurrenz wird die eigene Not im Kampf um den Klassenerhalt immer größer.
Die Relevanz des Duells der Landkreis-Rivalen konnte bereits im Vorfeld von beiden Seiten kaum überschätzt werden. Einer der beiden Mannschaften würde ein Befreiungsschlag aus dem absoluten Tabellenkeller gelingen. Die andere würde unvermeidlich tiefer in diesen hinab sinken. Die HSG ging dabei aufgrund zahlreicher Abwesenheiten in der vergangenen Trainingswoche und mancher Ausfälle am Spieltag denkbar schlecht vorbereitet in die Partie, und dennoch startete sie vielversprechend und zeigte vor allem in der ersten Viertelstunde ihr Können. Das Team fand gut in die Zweikämpfe, schloss mehrfach erfolgreich aus dem Rückraum und vom Kreis ab, verwertete die eigenen Chancen konsequent und erspielte sich eine Vier-Tore-Führung (10:6, 15. Minute). Besonders in dieser Phase lief der Angriff flüssig, während die Abwehr wiederholt gut zupackte.
Anschließend geriet der Spielfluss jedoch zunehmend ins Stocken. Die HSG vergab vermehrt klare Chancen und zeigte nicht mehr die nötige Entschlossenheit. Die Herzogenauracher blieben unbeeindruckt und bauten Tor für Tor den Rückstand ab. Auch die beiden Auszeiten in der ersten Halbzeit konnten die Mannschaft nicht wieder zurück auf die Spur bringen, sodass mit dem Signal zur Halbzeit der Vorsprung vollends dahin geschmolzen war (15:15).
Nach Wiederanpfiff entwickelte sich ein spannendes Spiel auf Augenhöhe. Aber durch einige Fehlpässe und rückläufiger Kreativität im Angriff gab die HSG das Spiel Schritt für Schritt aus der Hand. Dies erkannten auch die Coaches und nahmen die verbleibende Auszeit nach knapp 15 Minuten (20:23, 45. Minute). Doch es gelang nicht die Anweisungen in die Tat umsetzen und so geriet man weiter ins Hintertreffen. Eine mögliche Aufholjagd in den letzten zehn Minuten wurde zudem durch zwei unglückliche Zeitstrafen ausgebremst. Die HSG versuchte alles in ihrer Macht stehende, doch schaffte es nicht wieder den Anschluss herzustellen, sodass sie am Ende mit fünf Toren der TSH unterlag (27:32).
Nicht nur die vielen unaufmerksamen Momente, Fehlpässe und vergebenen Chancen waren in diesem Spiel Grund für Misserfolg. In der Abwehr gelang es nicht ausreichend im Verbund zu verteidigen, Räume zu verdichten und Tore aus verlorenen Zweikämpfen in zweiter Instanz zu verhindern. Trotzdem lassen sich auch einige positive Elemente benennen, beispielsweise die Wurferfolge der Schützen Hauer (6/1) vom Kreis und Garkisch (8) aus der Distanz. Die Gesamtsituation in der Liga verschlechtert sich durch diese Niederlage jedoch ohne Frage enorm. Gerade einmal drei Punkte konnte sich die HSG bis kurz vor Ende der Hinrunde sichern, während etwa die TS Herzogenaurach auf sechs Punkte wegzieht. Dass das nicht genügt, steht außer Frage. So ist klar, dass die HSG in der Rückrunde mindestens ihre kritischen Spiele gegen das hintere Tabellenviertel gewinnen muss, um in der Liga verbleiben zu können. Kein direkter Konkurrent ist zwar der TV 1881 Erlangen-Bruck II, gegen den die HSG im letzten Spiel des Jahres am kommenden Sonntag um 13 Uhr „auswärts“ in der Emmy-Noether Halle in Erlangen antritt. Dennoch gilt es schon jetzt die eigene Leistung zu stabilisieren und auch dann mit voller Überzeugung aufzuspielen.
HSG Erlangen/Niederlindach: Knehr (1), Stößer (2), Rohrßen (2), Dyes, Falk (2), Schmieding (2), Burkhard (3), Garkisch (8), Käppner, Hauer (6/1), Leffer (1), Kretz
TS Herzogenaurach: Hirning (11/5), Wiedmer (2), Wonner (5), Wayand (3), Ruß (1), Manz, Hunecke (1), Windhorst (7), Manzanares, Schmitz, Reichelsdorfer, Faber, Hablowetz (2)
Von Patrick Stößer und Anton Käppner